Die Preisspirale zieht auch im Kfz-Sektor spürbar an. Wer neue Reifen braucht, muss 2022 wesentlich tiefer in die Tasche greifen.
München - Der Krieg in der Ukraine hält die Welt in Atem. Die Folgen sind auch in Deutschland längst zu spüren: Der Krieg in der Ukraine facht die Inflation weiter an, die Preise steigen auf breiter Front.
Auch der Automobilsektor gehört zu den Branchen, wo die Teuerungen offensichtlich sind. Zu den steigenden Preisen für Neu- und Gebrauchtwagen kommt auch das Zubehör: Eine neue Hiobsbotschaft stammt vom Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. Wie Stephan Helm, Vorsitzender des Bundes der Automobilwoche erklärte, seien hierzulande die Reifenpreise seit Anfang 2021 um ungefähr 20 Prozent gestiegen. Grund seien gestiegene Kosten bei Personal und im Einkauf.
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Diese Entwicklung wird durch den Ukraine-Konflikt weiter beschleunigt. Denn Russland und die Ukraine waren nach Angaben Helms bislang führend bei der Versorgung Europas mit synthetischem Kautschuk (Butylkautschuk) und mit Ruß. Alleine Russland lieferte laut europäischem Reifenherstellerverband ETRMA bis zu 40 Prozent des benötigten Rußes, doch dann kamen die Sanktionen gegen das Land von Wladimir Putin.
Die Maßnahmen sorgen also dafür, dass es Probleme bei der Herstellung gibt und sich Reifen damit weiter verteuern: „Diese Rohmaterialien sind von entscheidender Bedeutung für unsere Industrie, und es gibt auf kurze Sicht keine alternativen Versorgungsmöglichkeiten“, erklärt ETRMA-Generalsekretärin Fazilet Cinaralp dazu ebenfalls der Automobilwoche.
Derweil warnt Top-Ökonom Hans-Werner Sinn im Merkur-Interview vor schweren Jahren für Deutschland. (PF mit AFP)